Experiment der Woche: Die Fühlkiste

Unsere Sinne sind die Tore zur Umwelt. Mit den Händen ertasten wir z. B. Struktur, Form und Oberfläche eines Gegenstands. Wir können dadurch Dinge erkennen, ohne sie zu sehen. Dazu bauen wir eine Fühlkiste.

Dafür wird benötigt: (Schuh)Karton, Schere, Tacker, (alte) Socke, Pappe, Kleber oder Klebeband

So wird es gemacht: Auf den Pappkarton vorne und hinten einen Kreis aufmalen (1). Dann beide vorsichtig mit der Schere ausschneiden. Gerne als Erwachsener unterstützen (2). Nun die Socke mit einer Schere in drei Teile schneiden. Darauf achten, das zwei Teile etwa gleich lang sind (3). Nun die "Stofftunnel" durch die Löcher stülpen und vorsitig an den Kartin festtackern (4). Bitte darauf achten, dass sich niemand an den Tackern piekt. Nun Schritt 4 für die zweite Öffnung wiederholen. Nun ein Stück Pappe als Trennwand zurechtschneiden (6). Die Faltwand wie vorgegeben falten (7). Und sie nun in den Karton kleben (8).

Frage ExperimentWieso ist es am Anfang schwer, die Gegenstände richtig zu erkennen?


Hier das passende Arbeitsblatt zu unserem Experiment der Woche "die Fühlkiste" zum KOSTENLOSEN Download.


Hinweise zum Thema: Sinne und Tasten

Nach dem Sehsinn ist der Tastsinn einer der am stärksten ausgeprägten Wahrnehmungskanäle für die Umwelteindrücke. Besonders im Kindesalter werden alle Gegenstände befühlt und auf ihre Eigenschaften hin mit den Händen untersucht. Oberflächenstruktur, Konsistenz und Beschaffenheit, ja sogar Eindrücke zu Wärme und Stabilität werden auf diese Weise im Wortsinn regelrecht „erfasst“. Später gerät diese Sensibilität oft aus dem Fokus, da nur Fähigkeiten entwickelt werden können, die regelmäßig zum Einsatz kommen. Vielen Menschen fällt es heutzutage schwer, in der stark auf visuelle Reize ausgelegten Welt (Konsumwünsche zu erzeugen spielt hier eine große wirtschaftliche Rolle) dem Tastsinn den nötigen Spielraum zu gewähren. Ein temporäres „Ausschalten“ des Sehsinns durch das Verstecken der Materialien in einem nicht einsehbaren Karton fordert und fördert die Konzentration auf andere Wahrnehmungen. Bereits das Konstruieren und Bemalen der Fühlkiste unterstützt handwerkliche und (tast)sinnliche Fertigkeiten.


Die Fühlkiste kann auf vielerlei Wegen zum Einsatz gebracht werden, u.a.:

  • einzelne, ungesehene Gegenstände sollen befühlt, beschrieben und erkannt werden
  • aus einer Mehrzahl von Objekten soll nur das angesagte herausgeholt werden
  • zwei Kinder wetteifern, wer den besagten Gegenstand zuerst korrekt erfasst und außerhalb des Kartons dem Spielleiter vorzeigt
  • im Rahmen von Lebensraum-Themen können spezifische Naturmaterialien versteckt werden (z. B. Eichel, Buchecker, Walnuss, Kastanie zum Thema Wald oder Herbst)